IB öffnet Pforten für Realschule Plus auf der Karthause

 

Werkstatt-Tage für 30 Achtklässler 

 

Draußen, auf dem Hof des IB (Internationaler Bund) sehen die rund 30 Achtklässler noch aus wie Schüler in der großen Pause. Lachen, ein bisschen Hin und Her beim Aufstellen für das Gruppenfoto und dann ein Strahlen für die Kamera.

 

Doch drinnen, kaum durch die Tür in die Werkstätten der einzelnen Gewerke geeilt,  wirken die Teenager angekommen. Angekommen an Werkbank im Holz- oder Metallbereich, im Frisörsalon, dem Büroarbeitsplatz oder in der Lehrküche, in der es  verführerisch duftet. Jetzt, in der zweiten Woche des Praktikums, liegen Zollstock, Winkelmesser, Lockenwickler oder Notizblock griffbereit und die Handgriffe sitzen – sehr zur Freude der Praxisanleiter des IB, die innerhalb der 14 Tage Gruppe für Gruppe durch ihren Bereich schleusen, oder besser gesagt, einen Einblick in den Arbeitsalltag vermitteln. Entwickelt haben das Konzept Johannes Grün, Bereichsleiter Berufliche Bildung des IB  und Ali Tlili, Teamleiter der Werkstatt-Tage.

 

Andere Wege, andere Zeiten, andere Aufgaben, für die meisten der Vierzehn- und Fünfzehnjährigen sind die Werkstatt-Tage des IB eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag, aber auch eine Herausforderung. „Pünktlich sein, an einer Sache weiterarbeiten, bis sie fertig ist, das zählt hier wirklich“, erklärt  Elion Shala, während er an den letzten Holzquadraten für sein Schachbrett sägt. Er kann stolz sein auf seine Arbeit, das Brett ist fast fertig und darf nach dem letzten Schliff  mit nach Hause genommen werden. 

 

In der Metallklasse ist eine ganze Reihe Windspiele entstanden. Für heute sind hier alle fertig, die Arbeitsplätze sind blitzsauber und aufgeräumt, auch das gehört zu den Grundlagen, die in dem Praktikum vermittelt werden sollen. Ebenso hygienisch sauber sieht bereits die Lehrküche wieder aus. „So phantasie- und liebevoll gestaltete Canapees, und das von Achtklässlern, habe ich hier noch selten gesehen“, lobt Rainer Pappert, der Herr der Lehrküche. 

 

Fröhlich geht es im Frisörsalon zu, was vielleicht an den bunten Lockenwicklern und den daraus entstandenen Mustern auf den Modellköpfen liegt. Angelika Michel dreht gekonnt die letzten Strähnen auf Wickler: „Farben haben mit der Größe zu tun, das ist wichtig für die Frisuren“. 

In der Gruppe zum beliebten Ausbildungsberuf Kauffleute für Büromanagement läuft gerade die Abschlussrunde mit dem Kompetenzquiz. In verschiedenen Übungen wurde diese Gruppe von IB-Trainerin Tessa Marx-Pope  herangeführt an alle möglichen Aufgaben, die in Büros auf jemanden zukommen können. Es ging von A wie Arbeitssicherheit, die Kabelsalatübung ist allen in Erinnerung geblieben, über D wie Diktat bis P wie Powerpoint und Postkorbübung, die Rolle der Führungskraft, die Aufgaben delegiert, hat natürlich besonders gereizt. „Auch wenn ich weiß, dass man nicht sofort Chef ist, will ich schon mal wissen, was der so alles macht“, weiht Ali Kassab ein. „Schließlich habe ich schon einen Plan, erst mal eine Ausbildung und dann irgendwann mein eigenes Firmenschild!“. 

 

Der Weg dorthin ist noch lang, aber durch  die intensive Zusammenarbeit zwischen den Berufsorientierungsangeboten an der Realschule Plus auf der Karthause und dem IB wird den Teenagern Mut gemacht und eine Perspektive aufgezeigt. Neben den Praktika in der Stufe 8 und 9 steht  auch Berufseinstiegsbegleitung durch den IB auf dem Programm. Anne Lehnert,  eine der Lehrkräfte, die die Schülerinnen  und Schüler von Seiten der Schule im Praktikum mitbetreut hat, ist zuversichtlich: „Jeder unserer Schüler hat Stärken, die wir in der Schule herausfinden und die dann bei der Berufswahlberatung eine wichtige Rolle spielen. Und hier im Praktikum kann sich jeder selbst einmal testen.“ 

 

So ist dieser zweiwöchige Ausflug in die Arbeitswelt mit ganz verschiedenen Facetten eine gute Vorbereitung auf die Bewerbung für ein Betriebspraktikum in der Stufe 9 im nächsten Jahr. Das System ist durchdacht, bewährt und - das rufen die Teilnehmer der RS Plus auf der Karthause dem IB-Team  im Chor zu: „Hat Spaß gemacht!“.

 

Susanne Beyer, Koblenz, 27.2.2022