„Miteinander füreinander in kultureller Vielfalt“

Projektwoche mit Schulfest an der RS Plus auf der Karthause

 

Wo Kinder und Jugendliche gemeinsam lernen, sich in über 33 Sprachen auf dem Schulhof unterhalten und aus sich gegenseitig aus über 40 Heimatländern erzählen können, da herrscht kulturelle Vielfalt. Und genau die stand im Mittelpunkt der Projektwoche an der RS Plus auf der Karthause.

Mathe, Englisch, Fußball spielen in der Pause, noch schnell eine Hausaufgabe abschreiben, da sind alle gleich. Für die Fragen woher kommst du?, wie ist es da?, warum bist du dort weg? und was wäre, wenn ich weg müsste? bleibt im Schulalltag kaum Zeit.

In der Projektwoche war das anders. Statt Stundenplan gab es 26 verschieden Projekte, aus denen jedes Kind sich eines aussuchen konnte, um einmal einen völlig anderen Blickwinkel auf unsere kulturelle Vielfalt zu werfen.  Auf dem abschließenden Schulfest am Ende der Woche konnte dann jeder sehen, mitmachen, probieren, was in den anderen Workshops gelaufen war. In vielen Klassenräumen warteten selbstgestaltete Spiele aus aller Welt, Geschichten im Schuhkarton, ein  selbstgedrehtes Video mit einem Stadtrundgang für Neukoblenzer, Wanderrouten, die die vielen Wege nach Koblenz aufzeigten. Der neu gestaltete Schulflur zeigt kreativ, wie Kunst die Welt verbindet, um den Treppengang erzählt sich eine Bildgeschichte von selbst. Auch sämtliche Nationalitäten der Schule wurden künstlerisch dargestellt, quasi im  Vorbeigehen erhält man einen Überblick über die Vielfalt an der Schule.

Im wahrsten Sinne des Wortes über den Tellerrand geguckt wurde gleich in mehreren Projekten, die sich mit Gerichten und Essgewohnheiten rund um den Globus beschäftigten. Guacamoledipp und Smoothies, herzhafte Muffins mit Bohnen und Reis, eine unglaublich scharfe Soße, vor der jeder gewarnt wurde, und die trotzdem jeder probierte – eine kulinarische Reise um die Welt!

Essen verbindet. Sport verbindet. Musik verbindet. Kunst verbindet. Baseball, Softball, Beachminton, American Football, eine Spielereise durch die Jahrhunderte -  das internationale Sportmeeting kam bestens an. Hiphop, Dance and Fun, eine Tanzschule der besonderen Art und natürlich die Trashdrummer und die Schulband sorgten auf dem Schulhof für beste Laune und forderten zum Mitmachen auf.

Die Theateraufführung „Mauern einreißen“ war gleich zweimal hintereinander ausgebucht, das Stück vom Kind aus einem fremden Land, das den ersten Tag an einer neuen Schule überstehen muss, lockte alle an. Nachdenklich machten die Projekte „Rassismus in Deutschland“ und „Mein Weg nach Koblenz in Deutschland“. Ein Besuch in einer Flüchtlingsunterkunft und die dort erfahrenen Berichte und Erlebnisse wurde in den Schritten Heimat – Familie - Flucht – Ziel – Neue Heimat? eindrucksvoll beschrieben.

Die Resonanz aller Beteiligten und auch der Eltern, die das Fest besuchten, war durchweg positiv. Ein Vater, der gleich mehrere Geschwister seines Sohnes im Kindergartenalter mitgebracht hatte, gab das Feedback: „Die Kids haben doch alle viel mehr gemeinsam, als man so denkt. Und gleichzeitig waren sie so neugierig, auf die Besonderheiten einer Sportart, einer Speise, eines Spiels und haben es ausprobiert. Das macht Hoffnung auf gegenseitigen Respekt.“

 

Susanne Beyer                                                          23.Mai 2016