Die Piraten im Parlament

 

 

 

Koblenz. Allgemein, frei, geheim, gleich und unmittelbar: Die fünf Grundsätze für eine demokratische Wahl galten auch für 74 Schülerinnen und Schüler der Realschule plus auf der Karthause, die den Landtag wählten – bei der „Juniorwahl“.

 

 

 

Freitagmorgen, 8 Uhr 45. Gedrängel vor Raum A103: Aufgereiht wie an einer Perlenkette stehen die Jugendlichen der Klasse 8d auf dem Flur. Gespannt, mit der Wahlbenachrichtigung in der Hand. „Ich schwanke noch zwischen zwei Parteien“, sagt ein Vierzehnjähriger, der in der Schlange steht. Drinnen geben die Wahlhelfer ihren Mitschülern die Stimmzettel aus und erklären noch einmal, was es bei der Stimmabgabe zu beachten gibt. Drei Klassen (8d, 9a, 10c) nehmen an der simulierten Landtagswahl, die genauso abläuft wie die Wahl der Erwachsenen, teil. Im Mittelpunkt steht die politische Sozialisation der Heranwachsenden, die somit auf künftige Partizipationsmöglichkeiten innerhalb des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland vorbereitet werden. Von den 79 Wahlberechtigten geben 74 ihre Stimme ab – freiwillig. Am Ende siegt die SPD (32,43 Prozent) klar vor der CDU (17,58 Prozent). Drittstärkste Partei der Karthäuser Schülerinnen und Schüler sind die Piraten (12,16 Prozent) vor den Grünen und der Linkspartei (jeweils 10,81 Prozent). Die SPD erhält zudem das Direktmandat (David Langner, 35,14 Prozent).

 

 

 

Bild:

 

Politische Partizipation: Clemens Nytz aus der 10c (links) wirft seine Stimme in die Wahlurne.